„Wir hoffen, dass sie den Friedensgedanken in alle Länder weitertragen“

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Einmal im Jahr findet im israelischen Eilat am Roten Meer eine ganz besondere Sportveranstaltung statt – die Friendship Games. Ziel der Friendship Games ist es politisch verfeindete Länder auf sportlicher Ebene zusammenzubringen. Sorgfältig ausgewählte Studententeams spielen in der Hafenstadt eine Woche lang friedlich und freundschaftlich miteinander Basketball.

Friendship Games

Die Friendship Games – Sport im Zeichen des Friedens.

Grund für die Austragung der Spiele ist der anhaltende Nahost-Konflikt zwischen Israel und Palästina. Dieser dauert seit mehreren Jahrzehnten fast ununterbrochen an. Streitthema ist die Nichtanerkennung des Staates Israel durch die Palästinenser, die das Land bis heute als ihr Gebiet ansehen. Alle Versuche den Konflikt friedlich beizulegen scheiterten und so leben die Menschen in Israel und Palästina in ständiger Angst vor neuen Anschlägen.

Um gegen die anhaltenden Konflikte ein Zeichen zu setzen, riefen Ed Peskowitz, Mitbesitzer des US-Basketball-Teams Atlanta Hawks, und Arie Rosenzweig, Leiter des Universitäts- Sportclubs Tel Aviv, die Friendship Games 2006 ins Leben. Seitdem haben sich die Spiele als ein fester Bestandteil im internationalen Sportkalender etabliert. „Unser Ziel ist es, Israel und seine Nachbarstaaten freundschaftlich zusammenzubringen“, sagt Rosenzweig, der als israelischer Staatsbürger mit dem Konflikt aufgewachsen ist. „Und wo könnte man das besser als bei einer Sportveranstaltung, denn Sport ist die Sprache die jeder spricht und versteht.“ Doch nicht nur die Nachbarstaaten Israels, sondern auch Nationen wie Deutschland, die in der Vergangenheit Auseinandersetzungen mit Israel hatten, nehmen an den Spielen teil. Neben dem sportlichen Aufeinandertreffen steht bei den Friendship Games vor allem der kulturelle Austausch zwischen den teilnehmenden Nationen im Vordergrund. Einen respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Religionen, Toleranz und den Abbau von Vorurteilen sollen die Friendship Games vermitteln. Deshalb gibt es neben dem Basketball-Turnier ein umfangreiches Kulturprogramm, um sich untereinander besser kennenzulernen und dadurch den kulturellen Austausch voranzutreiben. Der Besuch der Klagemauer von Jerusalem, das Baden im Toten Meer, aber auch abendliche Feste sind Teil des einwöchigen Rahmenprogramms. „Wenn man Muslime, Christen und Juden, die sich vorher nie gesehen haben, bis in die frühen Morgenstunden miteinander tanzen sieht, ist das das Größte überhaupt“, sagt Rosenzweig, der diesen speziellen Moment während der Spiele erlebt hat.

Die Frage, ob das Ziel der Friendship Games, Grenzen zu überwinden und krisengebeutelte Länder durch Sport zu vereinen, erreicht ist, können die Veranstalter eindeutig bejahen.

Einige Teilnehmer halten sogar weit über das Ende der Spiele hinaus Kontakt. Die Absicht, einen Anstoß zur interkulturellen Kommunikation zu bieten, ist daher mehr als geglückt. Obwohl die mediale Aufmerksamkeit noch etwas zu wünschen übrig lässt, nehmen die Israelis und Palästinenser, die von den Spielen wissen, diese durchweg positiv auf.

Mit den Friendship Games einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben im Nahen Osten und der restlichen Welt leisten zu können, das erhofft sich Rosenzweig für die Zukunft der Spiele. Dass Studenten dafür genau die richtige Zielgruppe darstellen, davon ist der Israeli überzeugt. „Studenten sind unsere Zukunft, unsere Vordenker von morgen. Wenn wir den Teilnehmern auch nur einen kleinen Denkanstoß mit auf den Weg geben können, haben wir schon viel erreicht.“

Brigitte Mellert & Felix Pietrock

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